Wiesbadener Kurier: Jeder Stern ein Wunsch

In der Taunus-Sparkasse startet die Aktion „Weihnachtspaten“ der Stadt Hochheim. Bis zum 7. Dezember ist Zeit, um die Wünsche zu erfüllen.

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind auf die Erde nieder, wie es in einem bekannten Weihnachtslied heißt, sondern es erfüllen sich auch unzählige Kinderwünsche. Nur nicht in jenen Familien, in denen das Budget so schmal bemessen ist, dass noch nicht einmal zum hohen Fest Sonderausgaben möglich sind. Damit auch dort die Kinderaugen in der Heiligen Nacht leuchten können, veranstaltet die Stadt schon seit 2011 die Aktion „Weihnachtspaten“. Dazu stellt die Filiale der Taunus-Sparkasse seit einigen Jahren ihre Geschäftsräume zur Verfügung. Dort war Filialleiterin Silke Hofer ganz entzückt, dass die Nachfrage schon Stunden vor dem offiziellen Start der Aktion einsetzte.

Schenker und Beschenkte lernen sich nicht kennen

Im Kundenraum stand dafür ein schöner Tannenbaum, dicht behängt mit Wunschzetteln der Kinder, in Sternenform. „In diesem Jahr sogar einige mehr“, freute sich Bürgermeister Dirk Westedt zur Begrüßung, dass der Geschenketransfer von den gut Betuchten zu den Menschen am unteren Ende der Einkommensskala in der Vorweihnachtszeit seinen Anreiz nicht verloren hat.
Vom Rotary Club Hochheim-Flörsheim-Oberer Rheingau war Präsidentin Martha von Westerholt gekommen. Sie pflückte entsprechend ihrer Mitgliederzahl gleich 27 Wunschsterne vom Baum, an dem insgesamt 171 sternenförmige Wünsche baumelten. Jeder Wunsch durfte einen Wert von maximal 25 Euro nicht überschreiten. Darunter fanden sich viele Gutscheine für einen weltbekannten Versandhändler oder auch fürs Kino. „Puppenstube“ oder „Werkzeugkasten für Kinder“, war hier notiert. Das eine Kind wünschte sich Spielzeug, das andere eine Pistole. Möglicherweise wird es letztgenannter Wunsch etwas schwieriger haben, zum Fest des Friedens einen passenden Schenker zu finden.

Bürgermeister Westedt versprach allerdings, dass er alle übrig gebliebenen Sternenwünsche selbst in die Hand nehmen werde. Kathrin Böttinger vom Amt für Jugend, Senioren und Soziales vermittelte, welche Freude es bei den anonym Beschenkten auslöst, wenn die Kinder das auspacken dürfen, was sie sich sehnlichst gewünscht haben. „Da gibt es jede Menge liebevoll gestalteter Dankesbriefe an den Weihnachtsmann, die im Rathaus eintreffen“, verriet sie.

Ansonsten sorgt der Ablauf der Aktion dafür, dass sich Schenker und Beschenkte nicht kennenlernen werden. „Da waren wir in punkto Datenschutz unserer Zeit voraus“, untermauerte Amtsleiterin Rita Kranz, das bewährte Konzept. Obwohl so mancher Wunscherfüller gerne die glücklich Beschenkten erleben würde, wird das Konzept der Anonymität aus nachvollziehbaren Gründen mitgetragen. Julia Bott von der Musikschule Volk spielte bekannte Weihnachtslieder, während sich Trauben von Menschen um den Baum versammelten und die Sterne pflückten.

Bis zum 7. Dezember ist nun Zeit, um die Wünsche zu erfüllen. In der Taunus-Sparkasse werden mit Unterstützung eines örtlichen Geschenkpapier-Herstellers von den Helfern der Nachbarschaftshilfe die Pakete liebevoll verpackt. Eine Woche vor Heiligabend werden die Geschenke dann vom Rathaus an die Eltern übergeben, die sie dann zu Weihnachten ihren Kindern schenken.
Bild: Die Nachfrage für die Aktion „Weihnachtspaten“ hat noch vor dem offiziellen Beginn eingesetzt. Foto: Ulrich von Mengden

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